Die Beratungen in den ständigen Synodalausschüssen sind abgeschlossen. In den vergangenen Wochen wurde intensiv diskutiert, abgewogen und ergänzt, begleitet von zahlreichen Rückmeldungen aus verschiedensten Teilen unserer Kirche. Die Kirchenleitung dankt allen, die sich mit großer Ernsthaftigkeit, kritischen Fragen und konstruktiven Impulsen in diesen Prozess eingebracht haben.
Auf Grundlage dieser Resonanzen hat der Lenkungsausschuss gemeinsam mit den Vorsitzenden der ständigen Synodalausschüsse viele Optionen beraten und entsprechende Anpassungen vorgenommen. Die Kirchenleitung hat die finale Fassung der Vorlage einer Haushaltskonsolidierung einstimmig verabschiedet. Damit ist der Weg für die abschließenden Beratungen und Entscheidungen auf der Landessynode im Januar 2026 in Bonn frei.
Unsere Finanzstrategie steht auf einem verlässlichen Fundament. Sie ist das Ergebnis eines strukturierten, breit getragenen und verantwortungsvollen Prozesses. Sie bewegt sich in Leitplanken, die sicherstellen, dass kirchliche Identität und kirchlicher Auftrag auch in Zeiten knapper werdender Ressourcen gewahrt bleiben. Leitend sind für uns die Kirchenordnung, die auf der Landessynode 2025 beschlossenen strategischen Leitlinien sowie die Impulse der AG „Kirche der Zukunft“. Sie geben dem gesamten Prozess Richtung, Verbindlichkeit und Perspektive.
Strategische Arbeit funktioniert in unserer Kirche anders als in Unternehmen. Unsere presbyterial-synodale Ordnung lebt von Beteiligung, Vielfalt und dem Zusammenspiel verschiedener Ebenen. Manche erwarten von einer Strategie eine stärkere Zuspitzung und klare Fokussierung auf wenige Themen und/oder Handlungsfelder. Als Dienstleisterin für eine Vielzahl von Kirchenkreisen und Gemeinden kann die landeskirchliche Ebene diesen Weg allerdings nur bedingt gehen. Gerade in unserer rheinischen Kirche kommen regionale und lokale Perspektiven auf besondere Weise zusammen. So werden Entscheidungen nicht eindimensional getroffen, sondern sind in einem breiten kirchlichen Erfahrungsraum verankert.
Für die Finanzstrategie heißt das: Wir setzen bewusst auf Leitplanken statt starrer Vorgaben. Zugleich verstehen wir Strategie nicht als fertigen Masterplan vom grünen Tisch, sondern als dialogischen Prozess, der sich im Gespräch, in Beratung und gemeinsamer Verantwortung weiterentwickelt. Der Lenkungsausschuss hat sich dabei von folgenden strategischen Gesichtspunkten leiten lassen:
- Wir setzen erfahrungsbezogen an, indem wir von Expert/innen in 80 Dossiers Entwicklungsperspektiven für ihr Handlungsfeld erhoben haben. Hier gibt es innovative Ideen und implizite Strategien, die es für erfolgreiche Transformationen zu beachten gilt (induktiver Ansatz).
- Auch wenn wir kleiner werden, bleiben wir weiter breit aufgestellt mit vielen Kontaktflächen – in Bildung, Diakonie, Ökumene, Gottesdienst, Verkündigung… (keine Konzentration auf ein Kerngeschäft).
- Als landeskirchliche Ebene konzentrieren wir uns auf entsprechende Aufgaben. Nicht alles, was bisher dort angesiedelt war, muss oder sollte dort passieren. Das gilt für das Zusammenspiel kirchlicher Ebenen ebenso wie für das Verhältnis zur Diakonie, zu anderen Landeskirchen und der EKD.
- Wir machen unsere Arbeit unabhängiger von sinkenden Kirchensteuern und versuchen, andere Finanzierungen aufzubauen.
- Wir denken von inhaltlichen Zielen her, nicht von vorhandenen Institutionen. Das ist wichtig, um sich unter fundamental verändernden Rahmenbedingungen weiter entwickeln zu können
Entscheidend ist, dass wir 1. an der Sache Jesu Christi, 2. relevant für die Menschen, 3. flexibel in den Formen und 4. effizient im Einsatz unserer Ressourcen sind.